Private Krankenversicherung (PKV)

Von Jay Arora, IHK-geprüfter Versicherungsmakler (§ 34d GewO)

Veröffentlicht am 25. Februar 2026 · Zuletzt aktualisiert am 8. Oktober 2026

Die private Krankenversicherung (PKV) versichert rund 8,7 Millionen Menschen in Deutschland, etwa 10 % der Bevölkerung. Anders als in der GKV hängt Ihr Beitrag von Ihrem Eintrittsalter, Ihrem Gesundheitszustand und dem gewählten Tarif ab, nicht von Ihrem Einkommen – und nicht jeder darf sich privat versichern.

Das Wichtigste in Kürze (2026)

  • Wer sich privat versichern kann: Arbeitnehmer mit einem Jahresgehalt über 77.400 € (JAEG 2026), Selbstständige, Beamte und Studierende. Kinder können privat versichert werden, wenn der besserverdienende Elternteil privat versichert ist.
  • Was sie kostet: Ihr Beitrag hängt von Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Tarif ab. Vorerkrankungen können einen Risikozuschlag von 5 bis 30 % oder eine Ablehnung bedeuten. Arbeitnehmer erhalten einen Arbeitgeberzuschuss von bis zur Hälfte des Beitrags, höchstens aber so viel, wie der Arbeitgeber in der GKV zahlen würde.
  • Familie: Jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag; eine beitragsfreie Familienversicherung gibt es nicht.
  • Im Alter: Von 22 bis 60 zahlen Sie einen gesetzlichen Zuschlag von 10 %, mit dem Alterungsrückstellungen aufgebaut werden. Fällt er weg, sinken die Beiträge in der Vollversicherung mit 61 um bis zu rund 9,1 %. Was 20 Jahre Beitragsdaten zeigen →
  • Leistungen: im Vertrag festgelegt, von einfachen Tarifen bis zu Premiumtarifen mit Einbettzimmer und Chefarztbehandlung. Privatversicherte bekommen Facharzttermine in der Regel schneller.
  • Rückkehr in die GKV: in der Regel nur möglich, wenn Sie wieder versicherungspflichtig werden, etwa weil Ihr Gehalt unter die JAEG fällt, und ab 55 nur in seltenen Ausnahmefällen.

So funktioniert die private Krankenversicherung

In Deutschland gibt es 44 private Krankenversicherer, von denen 33 eine private Krankenvollversicherung anbieten. 8,7 Millionen Menschen sind in Deutschland privat krankenversichert, das entspricht etwa 10 % der Bevölkerung. Die gesetzliche Krankenversicherung hat dagegen rund 75 Millionen Versicherte. Jeder, der in Deutschland lebt, muss sowohl kranken- als auch pflegeversichert sein. Kranken- und Pflegeversicherung schließen Sie dabei beim selben Anbieter ab. Die gesetzliche Krankenversicherung ist ein Solidarsystem, in dem Ihre Beiträge von Ihrem Einkommen abhängen. Die private Krankenversicherung funktioniert dagegen nach dem Äquivalenzprinzip: Die Beiträge hängen vom Alter und vom gewählten Versicherungsschutz ab. Nicht jeder kann sich privat versichern.

Wer kann sich privat versichern?

Es gibt fünf Gruppen, die sich privat krankenversichern können:

  1. Studierende
  2. Beamte
  3. Arbeitnehmer, die über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) verdienen
  4. Selbstständige
  5. Kinder, deren Eltern privat versichert sind oder deren besserverdienender Elternteil privat versichert ist

Für Beamte ist die private Krankenversicherung in vielen Fällen die bessere Wahl, weil der Dienstherr über die Beihilfe einen großen Teil der Krankheitskosten übernimmt. Für alle anderen Gruppen hängt die Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung von den persönlichen Umständen ab.

Was bietet die PKV gegenüber der GKV?

Die private Krankenversicherung bietet einige Vorteile gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. Privatversicherte warten kürzer auf einen Arzttermin als gesetzlich Versicherte. Das hat eine Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung bestätigt. Ein Grund für die kürzeren Wartezeiten dürfte sein, dass Ärzte für Privatpatienten bei derselben Behandlung höhere Beträge abrechnen können als für gesetzlich Versicherte. Für Privatpatienten gilt die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bzw. für Zahnärzte (GOZ), für gesetzlich Versicherte der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM).

Außerdem kann die private Krankenversicherung Zugang zu einer hochwertigen medizinischen Versorgung bieten. Je nach Tarif können Sie sich vom Chefarzt behandeln lassen, eine Klinik im Ausland nutzen oder die Leistungen wählen, die Ihnen am wichtigsten sind. Was die gesetzliche Krankenversicherung leistet, ist dagegen gesetzlich festgelegt. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind größtenteils gleich, abgesehen von freiwilligen Zusatzleistungen der einzelnen Kassen (Satzungsleistungen) wie Reiseimpfungen oder zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen.

Was Sie vor einem Wechsel bedenken sollten

Die private Krankenversicherung bietet viele Tarife mit unterschiedlichem Leistungsumfang, sodass Sie einen Tarif nach Ihren Bedürfnissen wählen können. Das heißt aber nicht, dass sie für jeden die beste Wahl ist. Diese Punkte sollten Sie vor einem Wechsel in die private Krankenversicherung bedenken:

  1. Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung sind vor allem dann niedrig, wenn Sie in jungen Jahren eintreten. Mit zunehmendem Alter steigen die PKV-Beiträge, wenn die Gesundheitskosten steigen oder sich die Rechnungsgrundlagen ändern. Mit 61 sinken die PKV-Tarife jedoch um bis zu rund 9,1 %. Ihr Alter beim Eintritt ist bereits in Ihren Beitrag eingerechnet, und die Versicherer bilden Alterungsrückstellungen, die höhere Gesundheitskosten im Alter mitfinanzieren. Dazu gehört ein zusätzlicher gesetzlicher Zuschlag von 10 %, der in der Regel ab 22 bis zum Ende des Kalenderjahres erhoben wird, in dem Sie 60 werden. Fällt dieser Zuschlag mit 61 weg, sinkt der betroffene Beitragsteil um bis zu rund 9,1 %. Ab 65 werden die über diesen Zuschlag angesparten Mittel eingesetzt, um künftige Beitragserhöhungen zu begrenzen, während die regulären Alterungsrückstellungen auch schon früher wirken können.

Ein wichtiger Punkt ist der Ruhestand: Gehen Sie in Rente, passen sich Ihre GKV-Beiträge an Ihre niedrigere Rente an. In der PKV bleibt der Beitrag dagegen gleich, während der Arbeitgeberzuschuss mit dem Renteneintritt wegfällt und nur durch einen kleineren Zuschuss der Rentenversicherung ersetzt wird. Für viele Menschen bedeutet das im Ruhestand höhere Eigenkosten.

  1. Wenn Sie privat versichert sind und Kinder haben, brauchen Ihre Kinder eine eigene private Krankenversicherung. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind Kinder über die Familienversicherung beitragsfrei mitversichert. Einerseits ist die private Krankenversicherung in jüngeren Jahren günstiger als die GKV, vor allem bei hohem Einkommen. Andererseits können sich die zusätzlichen Kosten für die PKV der Kinder summieren, besonders bei zwei oder mehr Kindern. Der Arbeitgeber kann einen Teil der Beiträge für Ihr Kind bezuschussen, solange Ihr Zuschussrahmen noch nicht ausgeschöpft ist. Ein Beispiel: Sie zahlen 600 Euro im Monat für Ihre private Krankenversicherung, davon übernimmt Ihr Arbeitgeber 300 Euro. In Ihrem Zuschussrahmen bleiben damit noch 313,22 Euro (Wert für 2026), mit denen 50 % des Beitrags für die Krankenversicherung Ihres Kindes abgedeckt werden können. Diesen Zuschuss kann nur ein Elternteil bei seinem Arbeitgeber geltend machen, nicht beide. Sinnvoll ist der Elternteil, dessen Zuschussrahmen noch mehr Spielraum hat.

  2. Da Sie von 22 bis 60 Alterungsrückstellungen aufbauen, ist es nach dem Wechsel in die PKV meist besser, bei einem Anbieter zu bleiben. Wechseln Sie später den Anbieter, können Sie einen Teil der Alterungsrückstellungen mitnehmen, müssen beim neuen Anbieter aber möglicherweise höhere Beiträge zahlen, um dort erneut Rückstellungen aufzubauen.

  3. Wer einmal privat versichert ist, kann nur schwer in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren. Das ist in der Regel nur möglich, wenn Ihr Gehalt unter die JAEG fällt oder Sie arbeitslos werden.

Den richtigen Tarif wählen

Wenn Sie sich für die private Krankenversicherung entschieden haben, ist die Wahl des passenden Tarifs entscheidend. Arbeiten Sie dafür mit einem zugelassenen Versicherungsvermittler zusammen. Lassen Sie sich dabei zeigen, wie die Tarife in Ihrer engeren Wahl von unabhängigen Ratingagenturen wie Morgen & Morgen und Franke & Bornberg bewertet werden. Das erleichtert Ihnen die endgültige Entscheidung.

Private Krankenversicherer, bei denen wir vermitteln

Ob private Krankenvollversicherung, Zusatzversicherung ergänzend zur gesetzlichen Kasse, Reisekrankenversicherung oder ein Tarif für einen befristeten Aufenthalt in Deutschland – wir vermitteln bei einer großen Auswahl deutscher Versicherer.

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